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Yaşar Kemal


Lebenslauf:

Yaşar Kemal, (* 6. Oktober 1923 als Kemal Sadık Gökçeli im Dorf Hemite, heute Gökçedam, in der Provinz Osmaniye) ist einer der bedeutendsten zeitgenössischen Romanciers der Türkei. Er ist kurdischer Abstammung.

Yaşar Kemals Geburtsort Hemite lag damals in der Provinz Adana, gehört heute aber mit dem Ortsnamen Gökçedam zu Osmaniye. Seine Eltern kamen während des Ersten Weltkriegs als kurdische Zuwanderer aus dem Dorf Ernis in der Provinz Van in die Çukurova. Sein Vater Sadık verdiente seinen Lebensunterhalt als Orangenverkäufer und brachte es dabei zu relativem Wohlstand. Yaşar Kemal hatte eine schwierige Kindheit. Bei einem Unfall verlor er sein rechtes Auge. Als Vier- oder Fünfjähriger musste er zusehen, wie sein Vater in einer Moschee beim Gebet erstochen wurde.

Yaşar Kemal ging zunächst im Dorf Berhanlı und später in der Kreisstadt Kadirli zur Schule. Während dieser Zeit wanderte er von Dorf zu Dorf und sammelte unter anderem die Klage- und Trauerlieder (türkisch: Ağıt). Die Mittelschule besuchte er in Adana und verdiente gleichzeitig seinen Lebensunterhalt in einer Baumwollfabrik. Später arbeitete er als Baumwollarbeiter und Aushilfslehrer. In Adana lernte er den türkischen Künstler Abidin Dino, der von der Regierung ins Exil geschickt worden war, kennen und freundete sich an. Mit 17 Jahren wurde er das erste Mal wegen eines Gedichtes inhaftiert. Yaşar Kemal wurde während seines Werdegangs insgesamt dreimal inhaftiert.

Nach seinem Militärdienst kam er 1946 das erste Mal nach Istanbul und kehrte 1948 wieder in seine Heimat zurück. Nach der Verbüßung einer weiteren Haftstrafe ging er 1951 wieder nach Istanbul. Dort lernte er seine jüdischstämmige Frau Tilda kennen. Sie unterstützte ihren Mann sehr und übersetzte unter anderem seine Werke ins Englische. Tilda Kemal verstarb Anfang 2001. Zwischen 1951–1963 war er als Journalist tätig und schrieb für die Tageszeitung Cumhuriyet. Zu diesem Zeitpunkt begann er den Namen Yaşar Kemal zu verwenden. Als Journalist reiste er durch das ganze Land und berichtete über die Lage der Arbeiter und der unterprivilegierten Menschen.

Als Yaşar Kemal 1951 die Insel Akdamar im Vansee besuchte, sah er die beginnende mutwillige Zerstörung des dortigen armenischen Klosterkomplexes mit der Kirche zum Heiligen Kreuz. Er nutzte seine Kontakte, um die Zerstörung zu beenden. Die Kirche verblieb in einem vernachlässigten Zustand, bis 2005 die türkische Regierung eine Restaurierung einleitete.

1962 trat Yaşar Kemal der Türkiye İşçi Partisi (Arbeiterpartei der Türkei) (TİP) bei und übernahm dort wichtige Funktionen. Er wurde zum kritischen und aktiven Beobachter der Politik in der Türkei. Er setzte sich stets für die Einhaltung der Menschenrechte und für die Menschen Anatoliens, einschließlich der Kurden, ein.

Yaşar Kemal war ein überzeugter Sozialist und gleichzeitig ein kritischer Beobachter sozialistisch gesinnter Staaten, in denen die Arbeiter nicht wirklich regierten. So meinte er bei einem Interview mit dem berühmten türkischen Journalisten Abdi İpekçi, dass er sowohl gegen diejenigen sei, die die Arbeiter ausplündern und unterdrücken, als auch gegen diejenigen, die im Namen der Arbeiter an die Macht kommen wollen. Er war stets der Überzeugung, dass die Arbeiterklasse ihre eigene sozialistische Staatsform selbst aufbauen müsse.

Auch außerhalb der Türkei war Yaşar Kemal ein kritischer Beobachter. Unter anderem gab er dem britischen Sender BBC ein Interview, bei dem er auch Großbritannien in manchen Bezügen kritisierte. Doch dieses Interview wurde von der BBC nie ausgestrahlt, worüber der Autor Jahre später klagte. So meinte er, dass er für das Interview auch Geld bekommen habe, es aber trotzdem nicht veröffentlicht worden sei. Yaşar Kemal war der Überzeugung, dass England im Vergleich zu anderen „kapitalistischen“ Systemen einen gewissen Grad an Freiheit für das Proletariat böte. Diese Freiheit sei dadurch bedingt, dass die Bourgeoisie in England so stark verankert sei, dass sie es nicht nötig habe, die Arbeiterklasse zu unterdrücken.

Darüber hinaus meinte Kemal, dass die Bourgeoisie in Deutschland durch das Proletariat so stark unter Druck geraten sei, dass der Nazismus als Ausweg gesehen wurde, was die Machtergreifung Hitlers ermöglicht habe. Mussolinis Machtergreifung in Italien begründete Yaşar Kemal auf ähnliche Art und Weise. Yaşar Kemal meinte, dass auch die UdSSR kein vollständig vom Proletariat beherrschtes Land sei, bis das Proletariat die letzten Überreste der Bürokratie aufgehoben habe. Er hatte jedoch noch 1971 die Hoffnung, dass dies dem sowjetischen Proletariat gelingen würde. .

 


Bücher:

Berhem:

Xebatên wî yên ko heta niha di nav weşanên »Weşanxaneya Xanî & Bateyî« û weşanxaneyên dî de hatine weşandin jî ev in:

  1. O, Deniz ve İntihar (Schauspiel, 1994)
  2. Ah! Tamara (Gedichte, 1995).
  3. Kırgın Nehirler Meseli (Gedichte, 1997)
  4. Çiftlere Cinayet Dersleri (Roman, 1998).
  5. Uğultular (Gedichte, 2000)
  6. Kürt Şiiri Antolojisi (Anthologie der kurdischen Poesie) 2 Bände; Agora Verlag; Istanbul 2007; ISBN 9789944916967

Übersetzungen vom Kurdischen ins Türkische:

  1. Amidabad: Göç, Çocuk ve Irmak von Fawaz Hûsen; 2004
  2. Solgun Romans von Firat Cewerî; Avesta Verlag; 2004; ISBN 9758637843
  3. Abdalın Bir Günü von Mehmed Uzun; 2005
  4. Sen von Mehmed Uzun; 2006
  5. Yaşlı Rindin Ölümü von Mehmed Uzun; İthaki Verlag; 2006; ISBN 9752732453
  6. Yitik Bir Aşkın Gölgesinde von Mehmed Uzun; 2006
  7. Aşk Gibi Aydınlık Ölüm Gibi Karanlık von Mehmed Uzun; 2006

Preise:

  1. 1997 den Gedichten Preis Yaşar Nabi Nayır Ödülü
  2. 1998 den Roman Preis Halkevleri Ödülü

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